Modelle und Theorien

Gravesmodell

Psychologisches Werteentwicklungsmodell von Prof. Clare W. Graves mit 8 Bewusstseinsebenen, die jeweils unterschiedliche Lebensbedingungen, Wertesysteme und Motivationsstrukturen beschreiben. Im Gegensatz zu statischen Typologien erfasst das Gravesmodell die Evolution von Wertesystemen. Mehr erfahren: Gravesmodell-Guide.

Aus dem Fachbuch

Um das Gravesmodell zu verstehen, ist es hilfreich, die Grundprinzipien der Evolution zu betrachten. Wenn in der Natur etwas gut funktioniert und sich evolutionsbiologisch durchsetzt, dann wird es in der weiteren Evolution übernommen und ausgebaut. Dieses Grundprinzip ist z. B. im strukturellen Aufbau des Gehirns erkennbar. Das menschliche Stammhirn in seiner jetzigen Struktur gab es schon viele hundert Millionen Jahre früher bei einfachen Reptilien, lange bevor es die ersten Menschen gab. Als nächstes entwickelte sich bei den frühen Säugetieren das heutige Zwischenhirn mit den Bereichen, die heute funktionell zum limbischen System zusammengefasst werden. Erst dann entwickelte sich das Großhirn. Hierbei wird ein Grundprinzip der Evolution deutlich: Alte Systeme bleiben aktiv und werden von neuen Systemen überlagert.

Das Gravesmodell ist ein sehr brauchbarer Wahrnehmungsrahmen zur Interventionsplanung und zum Change-Management von Unternehmen und Organisationen. Auch bei politischen Entwicklungsaufgaben findet es seine sinnvolle Anwendung. Neben seiner bereits verbreiteten Verwendung in strategischen Ansätzen wird es derzeit oft noch zu wenig in konkreten operativen Fragestellungen genutzt. Für aufmerksame Leser mit Verantwortung im Bereich des Personalmanagements ist sicherlich die Nützlichkeit des Modells für strategische Entwicklungsfragen bereits sichtbar. Die folgenden Kapitel liefern zusätzlich eine praktische Einsicht in das operative Recruiting, sodass strategische Entwicklungsziele effektiver und direkter angesteuert werden können.

Ralph Köbler: Neue Wege im Recruiting, 3. Auflage 2024

Vertiefung auf potenzial.at

Wie hängen Gravesmodell und Metaprogramme zusammen? Das Gravesmodell erfasst WERTE (was ist mir wichtig?), Metaprogramme erfassen DENKPRÄFERENZEN (wie verarbeite ich Informationen?). Beide ergänzen sich perfekt: Gravesmodell = Cultural Fit, Metaprogramme = Role Fit. Die esc Potenzialanalyse misst beides und gibt dadurch ein vollständiges Bild. Mehr dazu im Potenzialanalyse-Guide.

Weiterlesen: Gravesmodell-Guide →

Frag das Buch zu Gravesmodell

Der KI-Berater sucht im Fachbuch „Neue Wege im Recruiting" und antwortet mit Quellenangabe.

Dipl.-Psych. Ralph Köbler

Über den Autor

Dipl.-Psych. Ralph Köbler ist Geschäftsführer von potenzial.at und Autor des Fachbuchs "Neue Wege im Recruiting: Mehr Effektivität mit Gravesmodell und Metaprogrammen". Mit über 20 Jahren Erfahrung in Personaldiagnostik und Organisationsentwicklung hat er die esc Potenzialanalyse entwickelt, die Metaprogramme und Gravesmodell wissenschaftlich fundiert kombiniert.

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